Samstag, 31. Dezember 2016

Post von Josi

2016 war ein seltsames Jahr..
Auf das 2017 wieder bunter, respektvoller und liebevoller wird.
Ich wünsche euch und euren Liebsten einen grandiosen Jahresausklang...





Donnerstag, 29. Dezember 2016

Dienstag, 27. Dezember 2016

„Ich bin ein aufgeräumter Mensch“ (nordbuzz)


„Ich bin ein aufgeräumter Mensch“
 ZDF/Petro Domenigg
Josefine Preuß, 27.12.16

Josefine Preuß gefallen geschichtliche Vorlagen für einen Film sehr gut: „Die historischen Kostüme, das aufwendige Maskenbild, die Fiakerfahrten. In so einem Rahmen bewegt, verhält und redet man automatisch anders. Ich mag diese Zeitreisen.“
 
Josefine Preuß erzählt im Interview vom Dreh des ZDF-Zweiteilers „Das Sacher. In bester Gesellschaft“ und ihrem Putz-Wahn.
Dass Josefine Preuß lustig kann, weiß man spätestens seit der Comedy-Serie „Türkisch für Anfänger“. Dass die 30-Jährige aber auch in historischen Stücken zur ersten Wahl in Deutschland gehört, zeigt, dass sie nach dem Fernseh-Dreiteiler „Das Adlon. Eine Familiensaga“ nun auch im prominent besetzten ZDF-Zweiteiler „Das Sacher. In bester Gesellschaft“ (ZDF, Montag und Mittwoch, 16. und 18. Januar, 20.15 Uhr) in einer ansprechenden Hauptrolle zu bewundern ist. Das TV-Event vom Wien in der Zeit von Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts, die Berlinerin verkörpert die ungarische Prinzessin Konstanze von Traunstein, die mit 17 Jahren nach Österreich verheiratet wird. Als sie der Verlegerin Martha Aderhold (gespielt von Julia Koschitz) begegnet, beginnt Konstanze ein Doppelleben als Mutter und Schriftstellerin. Wir sprachen mit Josefine Preuß über Zwangsehen, ihre Liebe zur österreichischen Hauptstadt und warum sie in Hotelzimmern immer zuerst unters Bett guckt.

nordbuzz: Sie spielen im ZDF-Zweiteiler „Das Sacher. In bester Gesellschaft“ die Figur der Konstanze von Traunstein. Was charakterisiert diese Person?
Josefine Preuß: Sie ist gefangen in einem goldenen Käfig. Als Frau ihres Standes hat sie keine andere Aufgabe, als für einen Stammhalter zu sorgen, das reicht ihr aber nicht. Sie sucht nach Fluchtmöglichkeiten und beginnt ein Doppelleben als Schriftstellerin.

nordbuzz: Was hat Sie an dieser Rolle gereizt?
Josefine Preuß: Dieses Zusammenspiel aus den Zwängen jener Zeit, - etwa, dass Konstanze ihren Ehemann, um Erlaubnis fragen muss, ob sie eine Freundin einladen darf, obwohl es ihr Haus ist und sie es ist, die das Geld in die Ehe eingebracht hat - und den Gestaltungsmöglichkeiten innerhalb des engen Korsetts. Es macht Spaß, dagegen anzuspielen, sich davon zu lösen, dieses kleine Mädchen in der Fremde zu verkörpern, das sich in ihre Fantasien flüchtet.

nordbuzz: Was hat sie für Fantasien, für Träume?
Josefine Preuß: Sie will leben und lieben. Und geliebt werden, aber das ist in einer arrangierten Ehe nur schwer möglich.

nordbuzz: Die einzige, der sie sich anvertraut, ist ihre Berliner Verleger-Freundin Martha Aderhold, dargestellt von Julia Koschitz ...
Josefine Preuß: Ich habe das so interpretiert, dass das nicht nur eine Freundschaft ist, die die beiden verbindet. Es hat sich von Anfang an für mich nach mehr angefühlt. Das habe ich allerdings nur angerissen. Die Konstanze jener Zeit hätte mit Homosexualität nicht umgehen können, das gab's damals offiziell nicht, schon gar nicht unter Frauen. Es war spannend für mich, eine solche Färbung in die Rolle reinzugeben. Allmählich entwickelt sich das ganze sowieso zu einer Ménage à quatre, bei der keine Konstellationen ausbleiben.

nordbuzz: Sie haben bereits im Dreiteiler „Das Adlon. Eine Familiensaga“ mitgewirkt, haben Sie eine Vorliebe für historische Stoffe?
Josefine Preuß: Ja, weil es ein riesiger Abenteuerspielplatz ist, eine solche Bühne präsentiert zu bekommen, mit Requisiten aus einer Epoche, in der man selber nicht gelebt hat. Die historischen Kostüme, das aufwändige Maskenbild, die Fiakerfahrten. In so einem Rahmen bewegt, verhält und redet man automatisch anders. Ich mag diese Zeitreisen.

nordbuzz: Wie haben Sie sich auf die Zeitreise ins Fin de Siècle Wiens vorbereitet?
Josefine Preuß: Ich habe viel gelesen. Unter anderem ein Buch über den Ablauf eines adligen Lebens damals. Wie die Geburt war, die Erziehung, die Ausbildung. Und dass man tatsächlich als Kind mit 12, 13 Jahren auf den Heiratsmarkt geworfen wurde. Bei diesen Zweckehen ging es stets nur darum, die eigene Macht zu vergrößern. Das hat mich schon beschäftigt.

nordbuzz: Inwiefern?
Josefine Preuß: Dass es diese Tradition auch bei uns gab, und es noch gar nicht so lange her ist, nur gut 100 Jahre. Worüber wir uns jetzt so aufregen, dass Menschen in machen Kulturkreisen nicht selbstbestimmt ihre Partner wählen dürfen, in Kinderehen oder Zwangsheiraten gedrückt werden, das alles hatten wir bei uns genauso. Und zwar in adeligen, gebildeten Schichten.

nordbuzz: Sie sprechen im Film mit leichtem österreichischem Akzent. Wie schwer ist Ihnen das gefallen?
Josefine Preuß: Es war sehr schwierig. Ich war froh, dass wir diesen Punkt nicht übertrieben wichtig genommen haben. Denn ich werde als Brandenburgerin niemals Wienern können. Wir wollten gern eine sprachliche Färbung haben. Im Nachhinein gibt es aber ein paar Stellen, mit denen ich nicht ganz zufrieden bin.

nordbuzz: Wie haben Sie sich darauf vorbereitet?
Josefine Preuß: Ich hatte einen Dialogue Coach, Schauspielerin Michou Friesz, die im Film meine erste Zofe spielt. Ich bin einen Monat vor Drehbeginn nach Wien gezogen, um mit ihr zu üben und in Wien-Stimmung zu kommen. Ich habe das volle Programm absolviert, ich war in den Kaiserappartments, habe die Hofburg besucht, bin durch den Park in Schönbrunn spaziert, die Ringstraßen entlanggelaufen, habe Museen besucht und bin viel im Theater gewesen.

nordbuzz: Was hat Ihnen besonders gefallen?
Josefine Preuß: Die Architektur, das Originale. In Deutschland sind viele Bauten im Zweiten Weltkrieg zerbombt worden. Wenn man versucht, das originalgetreu wiederaufzubauen, geht das oft nach hinten los, weil es sich oft nicht richtig einfügt ins restliche Stadtbild. In Wien ist alles so echt, dass man oft das Gefühl hat, sich tatsächlich in einer anderen Zeit - oder einer Filmkulisse - zu bewegen. Und ich liebe den Prater.

nordbuzz: Den Prater?
Josefine Preuß: Ja, ich stehe auf Achterbahnfahren. In Berlin haben wir ja keinen Rummel, das ist ein echtes Manko. Da lebe ich in der Hauptstadt und muss für einen Adrenalinkick bis ins Fantasialand nach Nord-Rhein-Westfalen gondeln. Aber in Wien, da gibt es das mitten in der Stadt. Wenn ich dort wohnen würde, würde ich jeden Tag hingehen.

nordbuzz: Von Rodica Doehnert stammt der Roman „Das Sacher: Die Geschichte einer Verführung“. Welchen Verführungen können Sie nicht widerstehen?
Josefine Preuß: Einladungen zum Rummel. Geselligen Runden, leckerem Essen, gutem Wein. Da mag ich nicht widerstehen. Und tue es auch nicht.

nordbuzz: Wie sieht es mit süßen Verführungen aus? Essen Sie Sachertorte?
Josefine Preuß: Unbedingt. Die ersten fünf Bissen sind ein Highlight, danach wird es trocken. Und ich brauche wieder zwei Monate Pause.

nordbuzz: Was macht für Sie ein gutes Hotel aus?
Josefine Preuß: Es muss kein Grand Hotel sein. Mir reicht eine liebevoll geführte Familienpension. So ein Familienbetrieb, das finde ich spannend. Wichtig ist mir Sauberkeit. Ich bin total penibel. Gerade in Hotels, wo man weiß, dass man nicht die erste Person in diesem Raum ist, finde ich es schön, wenn einem zumindest das Gefühl gegeben wird, man wäre es. Wenn ich ehrlich bin: Ich gucke schon unters Bett.

nordbuzz: Und wenn dort Staub liegt...
Josefine Preuß: Dann bitte ich lieb darum, noch einmal gründlich drüber zu gehen.

nordbuzz: Gibt es Reise-Destinationen, die Sie deswegen im Vorhinein ausschließen?
Josefine Preuß: Nein, ich kann zurückschrauben. In Kuba, wo ich oft war, brauche ich mit meinem Reinlichkeitsfimmel erst gar nicht anzufangen. Ich desinfiziere mir halt öfter die Hände.

nordbuzz: Woher kommt Ihr Hang zur Sauberkeit?
Josefine Preuß: Ich bin mit einer ordentlichen Mutter großgeworden, die uns vorgelebt hat, dass alles seinen Platz zu haben hat. Als Kind hat mich das tierisch genervt. Aber als ich meine erste eigene Wohnung hatte, wurde mir klar, dass meine Mutter uns einfach ein muggeliges Heim bereiten wollte. Um so mehr will ich das jetzt auch haben. Mein Sternzeichen, ich bin Steinbock, tut sein Übriges. Ich bin ein aufgeräumter Mensch.

nordbuzz: Putzen Sie denn selber?
Josefine Preuß: Ja. Ich brauche das zum Runterkommen. Allerdings mache ich nicht sauber, weil es dreckig ist, ich halte alles sauber. Das tollste Geschenk, das ich je bekommen habe, kam von meinem besten Freund: ein Handstaubsauger. Wann immer jemand zur Wohnungstür reinkommt, würde ich am liebsten mit dem Teil drüber gehen.

nordbuzz: Müssen Gäste bei Ihnen die Schuhe ausziehen?
Josefine Preuß: Ja, ich nehme aus den Hotels immer eingepackte Hausschuhe mit, daran kann sich jeder bedienen.

nordbuzz: Welche Projekte stehen bei Ihnen als nächstes an?
Josefine Preuß: Reisen, reisen, reisen. In den vergangenen anderthalb Jahren war bei mir beruflich viel los. Nun versuche ich, mir etwas Ruhezeit zu nehmen.

nordbuzz: Wo sollen die Reisen hingehen?
Josefine Preuß: Wenn ich mir zwei bis drei Monate freischaufeln kann, dann nach Neuseeland.
tsch