Mittwoch, 26. März 2014

Interview (Stars²)

Die Hebamme – Interview mit Josefine Preuß

Dienstag, 25. März 2014

TV Digital-Interview

TV DIGITAL: Szenen, in denen eine Hochschwangere mit Zangen traktiert wird, sind schwer auszuhalten.
Josefine Preuß: Als Schauspielerin, die beim Dreh danebenstand, hatte ich Phantom-Unterleibsschmerzen. Aber nur so konnte die Geburtsmedizin sich weiterentwickeln. Das kann man einfach nicht geschönt darstellen.

TV DIGITAL: Könnten Sie sich vorstellen, selbst Hebamme zu sein?
Josefine Preuß: Nein. Ich kann ja nicht mal mein eigenes Blut sehen! Aber ich habe durch den Film viel gelernt: Wie man etwa zu jener Zeit mit Wendestäbchen ein Kind im Mutterleib gedreht hat.

TV DIGITAL: Ihre Lieblingsszene?

Josefine Preuß: Der Heiratsantrag, den mir Andreas Pietschmann macht – es war übrigens mein erster im Film. Den Verlobungsring habe ich als Talisman behalten.

Quelle: TV Digital

Unsere Familienpolitik ist zurzeit echt zum Kotzen (Planet Interview)

Heute abend ist Josefine Preuß als „Die Hebamme“ auf Sat.1 zu sehen. Ein Gespräch über historische Stoffe, anstrengende Filmgeburten, die „Pille danach“, die Hebammen-Verordnung und die Emanzipation der Männer.

Josefine, vor Kurzem war Weltfrauentag – freust du dich da über Blumen oder Geschenke?
Josephine Preuß: Ach, ich finde nicht, dass man den Weltfrauentag oder Valentinstag braucht, um etwas geschenkt zu bekommen. Ich nehme solche Feiertage nicht allzu wichtig. Wir haben ja auch nicht das Ritual wie beim Herrentag, mit dem Bollerwagen und mit Flieder geschmückt durch die Stadt zu ziehen. Ich würde wahrscheinlich mit meiner besten Freundin einen Spa-Tag machen oder Ähnliches.

Die Hebamme“ ist nach „Die Pilgerin“ ein weiterer Historienfilm mit dir. Ist es dir wichtig, dass die entsprechende Zeit im Film möglichst authentisch bzw. geschichtsgetreu wiedergegeben wird?
Preuß: Na klar! Wenn man sich an historischen Stoff heranwagt, kommt es natürlich auf die Machart an, aber angenommen, man möchte realistisch bleiben, dann orientiert man sich schon so weit wie möglich an Überlieferungen, Vorlagen und Augenzeugenberichten. Das versucht man im Set, in der Ausstattung, in Kostüm und Maske wiederzugeben. Ich finde das immer gut, historisch relativ realistisch zu erzählen.

Inwieweit kannst du als Schauspielerin daran mitwirken? Oder ist es nur eine Frage der Requisite?
Preuß: Wir als Darsteller sollten uns immer bewusst sein, in welcher Zeit wir uns befinden. Man hat sich früher definitiv anders bewegt, auch anders gesprochen. Die Sprache ist noch mal ein ganz eigenes Thema, ob man in historischen Stoffen moderne Sprache benutzt oder versucht, es realistisch alt zu machen.
Es herrschten auch ganz andere Umgangsformen. Die Frau hatte noch nicht die Stellung wie heutzutage. Damals ist sie, gerade wenn sie aus einem unteren Stand kam, einen Schritt hinter dem Mann gelaufen. Solche Dinge muss man wissen.

Die Hebamme“ spielt im 18. Jahrhundert, was war damals überhaupt positiv an der Rolle der Frau?
Preuß: Das kann man nicht so schwarz-weiß sehen, es war nicht negativ oder positiv, generell hatte die Frau einfach einen anderen Stand. Keine Frau hat damals gearbeitet. Selbst die freischaffenden Hebammen auf dem Land im auslaufenden 18. Jahrhundert standen ganz stark unter der Fuchtel der Kirche. Die Kirche hatte früher aber generell viel mehr Einfluss, sie hat vorgegeben, was Gut und Böse ist und danach haben die Menschen sich gerichtet. Es gab immer schon starke und mutige Frauen, sie haben nur damals noch nicht so sehr ihre Stimme erhoben. Aber weil es sie damals gab, haben wir heute die Möglichkeit, auch in Machtpositionen zu gelangen.

Haben wir die Benachteiligung der Frau in der Gesellschaft überwunden?
Preuß: Ich finde, wir reden heute viel zu oft über die Frauenquote und all diese Sachen – so langsam müssen sich die Männer mal wieder emanzipieren. (lacht)

Wie meinst du das?
Preuß: Männer dürfen Männer sein, auch heute noch. Ich kann nichts mit diesem metro-sexuellen Gelaber anfangen. Lasst mal die Frauen Frauen sein und die Männer Männer und dann ist gut. Es gibt ja Gleichberechtigung, wir Frauen sind heute ein Stück weiter. Lasst jetzt mal wieder die Männer vor! (lacht)

In „Die Hebamme“ finden sich einige sehr extreme Szenen, allen voran die Geburten. Hättest du dir auch vorstellen können, die Rolle der gebärenden Mutter zu übernehmen?
Preuß: Ich bin ganz froh, dass sie mir die Rolle der Hebammen-Schülerin angeboten haben. Ich bin schon mehrfache Film-Mama und deshalb weiß ich: Geburten zu zu spielen ist sehr anstrengend. Gerade wenn man es selber noch nicht mitgemacht hat. Man muss sich das Lachen schon manchmal verkneifen, wenn man hechelt und presst und atmet und schreit.

Gerade in diesem Film wirken die Geburtsszenen beinahe grausam…
Preuß: Das ergibt sich durch den Inhalt der Geschichte. Wir erzählen vom Fortschritt der Medizin und davon, dass die Geburtenlehre nicht mehr nur in Hebammen-Hand liegt, sondern sich dann auch Mediziner eingeschaltet haben. Es wurden Hilfsmittelchen oder Instrumente eingeführt, wie Wendestäbchen oder die Geburtenzange und es gab die ersten Kaiserschnittversuche. In den Gebärhäusern, in denen damals ehrlose Frauen aufgenommen wurden, von der Kirche Ausgestoßene oder Prostituierte, fanden die Versuche unter teilweise menschenunwürdigen Umständen statt. Das geschah nicht zum Wohl der Schwangeren, sondern ausschließlich, um den männlichen Medizinstudenten zu zeigen, dass die Hebammen anscheinend jahrtausendelang falsch gearbeitet haben. Das waren eben die Anfänge der medizinischen Forschung und dabei ging es nicht immer gut aus. Das wollten wir in dem Film auch nicht beschönigen.

Bei welchen Drehs in der Vergangenheit bist du an deine Grenzen gestoßen?
Preuß: Körperlich an meine Grenzen gestoßen bin ich schon bei „Die Pilgerin“. Dieses ganze Laufen, Fallen, Springen und Kämpfen und das Holzkreuz-Schleppen – ich war noch nicht an der Grenze, aber kurz davor. Bei „Die Hebamme“ kam ich psychisch teilweise an meine Grenzen. Es gab bestimmte Szenen, auch bestimmte Anblicke – zum Beispiel, wenn Leichen vorkommen oder tote Babys im Einweckglas. Wenn man ein gutes Maskenbild hat, dann sieht das verdammt echt aus, da wird einem schon mulmig.

Hast du für dich persönlich Grenzen festgelegt, wie weit du vor der Kamera gehen würdest?
Preuß: Gesundheitsgefährdende Sachen wie starkes Zu- oder Abnehmen für eine Rolle sind totaler Quatsch.

Matthew McConaughey hat ja gerade den Oscar für eine Rolle bekommen, für die er rund 20 Kilogramm abnahm…
Preuß: Für mich gilt trotzdem: Alles, was die Gesundheit gefährdet, auf gar keinen Fall – das ist keine Rolle wert! Das ist ein falsches Signal. Auch wenn das großartige Hollywoodschauspieler sind und McConaughey ganz verdienterweise den Oscar bekommen hat, finde ich das nicht gut. Es gibt mittlerweile so viele Tricks: ‘Zunehmen’ kann man mit einem Fatsuit, dünner wird man durch richtig gesetztes Licht, Make-Up oder auch durch die Klamotten.

Und die Grenzen bei Liebesszenen?
Preuß: Bei Liebes- oder Nacktszenen bedarf es einer guten Absprache zwischen Regie, Kamera und mir selber. Wenn es ästhetisch gemacht ist, dann habe ich damit auch gar kein Problem. Und ich weiß ja schon beim Lesen eines Drehbuchs, was auf mich zukäme.

Und wenn es so weit geht, wie aktuell bei der Rolle Charlotte Gainsbourgs in Lars von Triers Film „Nymphomaniac“?
Preuß: Alle, die in so einem Film mitspielen, wollten es so, niemand wird dazu gezwungen. Und wenn bei den Dreharbeiten ein professionelles Umfeld geschaffen wird und sie sich da frei fühlen, kann jeder das machen, worauf er Lust hat.

Stimmt der Eindruck, dass du bei der Wahl deiner Rollen selbstbewusste Frauen bevorzugst?
Preuß: Generell ist es immer schöner, eine Rolle zu spielen, die was zu sagen hat. Ich entscheide mich für die Rollen aber auch aus einem totalen Bauchgefühl: Mag ich die Geschichte, mag ich die Plots, mag ich auch die anderen Figuren? Ist es für mich stimmig und rund? Wer sind die Filmemacher? Klar, man könnte jetzt denken: nach „Adlon“ und „Die Pilgerin“ ist es jetzt wieder eine ähnliche Figur. Trotzdem sind meine Rollen immer anders – zumindest hoffe ich, dass ich sie total verschieden spiele.

Möchtest du durch Ihre Figuren andere Frauen oder auch die Zuschauer allgemein inspirieren?
Preuß: Ich mache Filme, damit sie gesehen werden, aber keine meiner Rollen hat den Zeigefingereffekt. Weder belehre, noch lehre ich. Natürlich versuche ich immer sympathisch in diesen Rollen zu bleiben, jeder soll die Figur verstehen. Eine Figur ist aber auch dann interessant, wenn sie mal scheitert.

In einem Interview zu „Die Pilgerin“ wurdest du zitiert mit den Worten „Mut zur Hässlichkeit – Bitte mehr davon.“ Bezog sich das in erster Linie auf die Rollen oder auch aufs echte Leben?
Preuß: Auf die Rollen! Privat bin ich für absolute Natürlichkeit. Mich stört es, wenn in irgendwelchen Vorabendserien morgens eine Frau aus dem Bett steigt und das Make-Up ist perfekt! Ich weiß doch, wenn ich mich abends nicht abschminke und ins Bett gehe, dann hängt mein Mascara am nächsten Morgen an der Nasenspitze. Es gibt manchmal Leute im Film, wo ich denke: So perfekt sieht in echt keiner aus. Mut gehört dazu, Mut sich einer Figur auch äußerlich anzunähern, wenn es für die Rolle wichtig ist. Wenn im Drehbuch steht „Haare lassen“ oder eine andere Haarfarbe oder man einen Junkie mit schlechter Haut spielt, dann soll man es aber auch machen. Das meine ich mit „Mut zur Hässlichkeit“.

Zur Vorbereitung auf den neuen Film hast du auch mit ausgebildeten Hebammen gesprochen – was ist dir besonders in Erinnerung geblieben?
Preuß: Das Lächeln, wenn sie von ihrem Beruf erzählen. Man merkt, dass Hebammen voller Leidenschaft und von Herzen diesen Beruf ausführen. Die haben von jedem Kind, dem sie auf die Welt geholfen haben, noch ein Foto. Das sind oft ein bisschen ihre eigenen Babys. Bei einer Geburt unterstützend dabei zu sein, Leben auf die Welt zu holen und die Eltern danach zu sehen, das muss einfach total glücklich machen.

Aktuell sind die Hebammen auch in den Schlagzeilen…
Preuß: Ja, wegen der neuen Hebammen-Verordnung, die zur Konsequenz hat, dass es bald keine Hebammen auf dem Land mehr geben wird. Wenn ab dem 1. Juni 2015 die freiberuflichen Hebammen die Haftpflichtversicherung verlieren, dann dürfen sie nicht mehr arbeiten. Das ist schlimm! Es geht dabei ja nicht nur um die Geburt, sondern auch um die Vorbetreuung und Nachuntersuchungen.
Ich finde unsere Familienpolitik zurzeit echt zum Kotzen, weil sich alle selbst im Weg stehen und sich nicht bewusst sind, was so eine kleine Entscheidung für Auswirkungen hat. Alle reden davon, dass die deutsche Gesellschaft zu alt wird und wir mehr Kinder brauchen, aber dann wird so was getan. Das ist ganz gefährlich, da stirbt ein kompletter Beruf aus, den es schon seit vielen Jahrtausenden gibt und der wichtig ist für alle, die schon geboren haben oder noch mal werfen wollen. Deshalb kann ich nur dazu aufrufen, im Internet die Petition für die Hebammen zu unterschreiben.

In „Die Hebamme“ wird an einer Stelle versucht, nachträglich zu verhüten, mittels einer Kräutermixtur. Verfolgst du die aktuelle Debatte um die „Pille danach“ und die Frage, ob diese weiterhin rezeptpflichtig bleibt?
Preuß: Das ist ein sehr persönliches Thema. Natürlich kann es aus Dummheit mal passieren, dass man die „Pille danach“ braucht. Aber jede Frau weiß eigentlich, wann sie fruchtbar ist und wenn man nicht regelmäßig die Pille nimmt und an den fruchtbaren Tagen nicht verhütet – selber schuld. Ich fände es gar nicht gut, wenn man die rezeptfrei kriegen würde. Das ist ein ganz schöner Hormon-Booster und den Frauen, die das nehmen, geht es erstmal nicht gut. Das sollte man ärztlich doch ein bisschen kontrollieren.
Und man sollte früher ansetzten – bei der Aufklärung, der Beratung und der Kenntnis über den eigenen Körper. Da gibt es mittlerweile zum Beispiel verschiedene Apps für Frauen, Kalender, wann es so weit ist. Man muss doch wissen, wie der menschliche Körper funktioniert!

Wenn man sich die gesellschaftliche Entwicklung anschaut, spielt Verhütung ja immer früher eine Rolle…
Preuß: Sehr früh!

Du hast vor zwei Jahren im SPIESSER-Interview gesagt, du würdest beobachten, dass alle Menschen „immer frühreifer“ werden – ist das denn trotz allem eine positive Entwicklung?
Preuß: Das kommt ganz drauf an, wer frühreif ist. Wenn ich ein paar Mädels auf der Straße sehe, die definitiv unter 14 sind, sich aber kleiden, schminken und benehmen wie kleine Lolitas, die die Welt schon gesehen haben, dann finde ich frühreif nicht gut. Generell kommt man in unserer Gesellschaft viel früher an pornografisches und gewalttätiges Material und die Generationen, die jetzt ihre Sexualität entdecken, haben ein ganz falsches Bild davon. Was kann man da tun? Aufklären und ein bisschen aufpassen, wohin man im Internet ohne eine einzige Altersabfrage so alles kommt.

Annett Louisan sagte uns im Interview, dass dieses „Früh-Reifen“ heutzutage oft auch mit immer früheren Therapiebesuchen einhergehe. Kannst du das bestätigen?
Preuß: Das weiß ich nicht. Ich bin weder bei einer Therapie, noch habe ich in meinem Umfeld Leute, die da hin müssen. Meine Therapeuten sind dann eher meine Familie und Freunde.

Ist auch die Schauspielerei für dich eine Form der Therapie?
Preuß: Nein! Die Schauspielerei ist mein Beruf, den ich über alles liebe. Meine Rollen sind auf gar keinen Fall dafür da, mein privates Ich zu therapieren oder andersrum. Das trenne ich sehr strikt. Da würde ich ja verrückt werden, wenn ich so arbeiten würde.

Quelle: Planet Interview

Aufgedeckt - Das Karteninterview

Josefine Preuß über Angie und den Weltfrieden
Mit ihrer Rolle in "Die Pilgerin" bewies Josefine Preuß ihr Talent für den großen Historienstoff. Jetzt legt sie in "Die Hebamme" nach - und zeigt ihre Spontanität in unserem neuen Interviewformat.
Von Ulrike Drevenstedt


Quelle: Stern.de

Dieses metrosexuelle Gelaber finde ich schlimm (Focus)

Dass man es als Frau, geschweige denn als Hebamme, nicht leicht hat im Jahr 1799, zeigt das TV-Event „Die Hebamme“. Die Hauptdarstellerin Josefine Preuß ist froh, im 21. Jahrhundert leben zu können - auch wenn die Emanzipation der Frau ihr langsam auf die Nerven geht, wie sie im Interview verrät.
In „Die Hebamme“ (25. März, 20.15 Uhr, Sat.1) spielt Josefine Preuß (28) die zielstrebige Hebammenschülerin Gesa. Obwohl im Jahr 1799 nicht viel Wert gelegt wird auf die Meinung einer jungen Frau, hält Gesa mit ihren Ansichten nicht hinterm Berg - eine Eigenschaft, die Preuß durchaus mit ihr teilt. Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news erzählt die zierliche Schauspielerin unverblümt, was sie von der deutschen Familienpolitik oder femininen Männern hält.

Finden Sie die Verhältnisse, unter denen früher medizinische Forschung betrieben wurde, erschreckend?
Josefine Preuß: Teilweise. Ich bin mir dessen total bewusst, dass wir heute nur aufgrund dieser Anfänge der Forschung, mit teilweise menschenunwürdigen Verhältnissen, derart weit sind. Alles hat seine Ursache und Wirkung. Nur so können wir heute im 21. Jahrhundert wissen, wie ein Kaiserschnitt funktioniert und wie man eine Geburtszange richtig einführt. Bei den ersten Experimenten des Kaiserschnitts wusste man, dass es in 90 Prozent der Fälle nicht gut ausgeht für Mutter und Kind. Aber so war es eben, das ist die Entwicklung.

Heute wären menschliche Forschungsobjekte wie im Film nicht mehr möglich.
Preuß: Ja, heute gibt es das nicht mehr. Man darf auch nicht vergessen, dass diese Gebärhäuser, die es auch wirklich gab, für ehrlose Frauen waren; für Prostituierte und für von der Kirche verstoßene Frauen. Diese Frauen wussten auch nicht, wenn sie dort eingeliefert wurden, dass sie sich für medizinische Zwecke zur Verfügung stellen müssen. Dafür haben sie dann aber Unterkunft, Verpflegung und eine Betreuung bei der Geburt bekommen. Sonst hätten sie auf der Straße gebären müssen, und das wäre für Mutter und Kind auch nicht gut ausgegangen. Zum Glück ist das heute nicht mehr so.

Heute gibt es Tierversuche.
Preuß: Wäre es Ihnen lieber, dass Menschen krepieren? Ich bin auch Tierfreund, aber da muss man schon Unterschiede machen. Und es gibt mittlerweile genügend Produkte und Marken, die ohne Tierversuche arbeiten. Wenn man die kauft und unterstützt, dann kann man anfangen, etwas dagegen zu tun.

Sind sie froh, dass Sie in der heutigen Zeit leben?
Preuß: Natürlich! Ich bin sehr glücklich, im 21. Jahrhundert zu leben. Ich bin schon allein froh, dass ich nicht mehr an den Fluss muss, um Wäsche zu waschen. Für mich stellt sich allerdings die Frage nicht, was denn wäre, wenn ich in einer anderen Zeit leben würde. Ich glaube an das, was ich sehe und anfassen kann. Und ich bin im Jetzt und Hier, und hier mache ich es mir so schön wie möglich.

Aber Sie schlüpfen gerne in solche Rollen.
Preuß: Klar, für Schauspieler ist Historisches ein großer Abenteuerspielplatz. Man trägt andere Kostüme, bewegt sich in einem ganz anderen Set, spielt mit anderen Requisiten, hat kein Handy und kein künstliches Licht, weil es das einfach nicht gab. Es ist ganz toll für uns, da einzutauchen, eben weil wir nicht in dieser Zeit gelebt haben.

Sie bringen auch Opfer für ihre Rollen - für „Die Pilgerin“ haben Sie sich beispielsweise die Haare abgeschnitten. Wo setzen Sie die Grenze?
Preuß: Starke Gewichtszunahmen oder -abnahmen kämen für mich absolut nicht in Frage. Keine Rolle ist es wert, dafür die Gesundheit zu gefährden. Ansonsten bin ich für alles offen, was man äußerlich ändern kann, egal, ob es die Haare oder das Aussehen sind oder eine Alterungsmaske wie in „Adlon“. Ich wünsche mir da generell mehr Mut, die Schauspieler so zu stylen, wie man sie haben will. In Amerika ist das gang und gäbe. Aber alles nur, solange es mit der Gesundheit zu vereinbaren ist.

Geht die eine oder andere Rolle emotional an die Substanz?
Preuß: Ja klar, es ist aber vor allem die Frage, wie sehr ich eine Rolle an mich heranlasse. Und wie trainiert ich als Darsteller bin, damit ich nach Drehschluss kein Stück der Rolle in meinen privaten Raum mitnehme. Aber das ist Übungssache, irgendwann hat man es raus.

Und Sie können das?
Preuß: Das muss ich. Denn der Beruf ist ja auch nicht dazu da, mich zu therapieren. Klar, mit 16 oder 17 gab es solche Situationen. Als ich „Jargo“ gedreht habe, ein Jugenddrama, da starb jemand auf meinem Schoss, und meine Kollegin hat das so toll gespielt, dass ich aus der Emotion erstmal nicht herauskam. Heute weiß ich mir da zu helfen. Für mich ist es einfach Drehen, ganz normale Arbeit.

Gesa entscheidet sich gegen ihren großen Traumberuf und für die Liebe. Würden Sie für einen Mann die Schauspielerei aufgeben?
Preuß: Nein, warum? Er lernt mich als Schauspielerin kennen, und entweder er kommt damit klar oder nicht. Ansonsten ist es nicht der richtige Mann für mich.

In Sachen Emanzipation sind wir ja glücklicherweise ein Stückchen weiter als damals.
Preuß: Es gibt allerdings auch heute noch genügend Länder, arabische Länder zum Beispiel, wo die Frau immer noch nicht gleichgestellt ist. Wir können froh sein, in Europa zu leben. Ich finde, dass wir hier zu viel über Frauen diskutieren. Wir haben eine deutsche Bundeskanzlerin, mehr Frauenquote geht nicht. Jetzt wird's langsam Zeit, dass sich die Männer wieder emanzipieren und bitte wieder Männer sein dürfen. Dieses metrosexuelle Gelaber finde ich schlimm. Es gibt Mann und Frau, und beide sind gut so, wie sie sind.

Ein Kind mit dem Beruf zu vereinbaren, ist allerdings auch in heutiger Zeit manchmal schwierig.
Preuß: Stimmt. Ich bin kein Fan unserer Familienpolitik. Wir reden alle vom demografischen Wandel, dafür muss aber auch etwas getan werden. Dann muss es Frauen so einfach wie möglich gemacht werden, nach dem Mutterschutz wieder in den Beruf zurückzufinden.

Passend zum Film gibt es das aktuelle Thema der Hebammen-Verordnung.
Stimmt. Da stirbt auf dem Land ein ganzer Berufszweig aus. Als Frau überleg ich mir dann doch dreimal, ob ich ein Kind bekomme, wenn es im Umkreis von 80 Kilometern keine Betreuung gibt. Die Haftpflichtversicherungen weigern sich nun auch, Hebammen zu versichern, das käme einem Berufsverbot gleich. Das ist eine Frechheit! Das ist ein Beruf, den man braucht. Hebammen holen Leben auf die Welt. Und sie sind nicht nur für die Entbindung da, es geht auch um Vorsorge, Nachbetreuung und das alles. Die Hebamme ist für die schwangere Frau einfach die wichtigste Ansprechpartnerin. Und wenn die Krankenkassen und Versicherungen da keine Regelung finden, dann kann Deutschland mal sehen, wo es hinkommt mit seinem demografischen Wandel.

Haben Sie selbst den Wunsch, eines Tages Kinder zu bekommen?
Preuß: Das weiß ich nicht. Im Moment ist das überhaupt kein Thema für mich, aber wer weiß. Ich bin erst 28 und hab also auf jeden Fall noch ganz lange Zeit.

Thema Abtreibung: Wie ist Ihre Meinung dazu?
Preuß: Es kommt ganz auf die Situation an. Ich bin der Meinung, erstmal sollte die Frau entscheiden. Generell bin ich dafür, Kinder dann in die Welt zu setzen, wenn es passt. Wenn man sich einfach bewusst ist, dass es finanziell und zeitlich passt, dass ich dem Kind etwas bieten kann. Ich bin nicht prinzipiell gegen Abtreibung, denn es gibt einfach Zeugungen, die nicht freiwillig passiert sind, und dann verstehe ich es absolut, dass man das Kind nicht austragen will. Ein Kind sollte in purer Liebe auf die Welt kommen.
Jennifer Caprarella/SpotOn, Quelle: Focus

Fragen an Josi (Sat 1-Facebook-Aktion)

Über SAT.1 Facebook hatten Fans die Chance, Josefine Preuß Fragen zu stellen. Hier ihre Antworten:
Wie bist du zur Schauspielerei gekommen?
Josefine Preuß: Ich habe als Kind in einer Potsdamer Theatergruppe gespielt. Bei einer Aufführung saß ein Mitarbeiter von 'Schloß Einstein' im Publikum. Er sprach mich dann an und lud mich zum Casting ein.

Welche Szene war beim Dreh der "Hebamme" besonders lustig?
Josefine Preuß: Bei der "Hebamme" ist mir eine Szene noch genau in Erinnerung. Lotte und Gesa müssen nach bestandener Prüfung den Hebammeneid leisten. Es war ein langer Text, und bei den ersten Versuchen diesen fehlerfrei, unisono wiederzugeben, mussten Alicia von Rittberg und ich ständig lachen.. Aber nach einigen Anläufen hat es zum Glück dann doch geklappt.

Wie bist du zu der Rolle gekommen?
Josefine Preuß: Nach der sehr erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Produzenten Oliver Berben für "Das Adlon", hat er mir die Rolle der Gesa in "Die Hebamme" direkt, ohne Casting, angeboten. Ein ganz toller Vertrauensbeweis!

Wie hast du dich auf die Rolle der "Hebamme" vorbereitet?
Josefine Preuß: Mit viel Lesen. Die ersten, auch richtig interessanten Hebammenkunst-Bücher gibt es schon aus dem 15. Jahrhundert. Für alle wichtigen Handgriffe am Set hatten wir eine sehr erfahrene Hebamme, die uns jeden Tag mit Rat und Tat zur Seite stand.

Wie lange haben die Dreharbeiten zu "Die Hebamme" gedauert?
Josefine Preuß: Etwa 7 Wochen. Mit Vorbereitung und den ganzen Proben waren wir in etwa drei Monate mit dem Projekt beschäftigt.

Wird es eine Fortsetzung von "Türkisch für Anfänger" geben?
Josefine Preuß: Eine 4.Staffel von "Türkisch für Anfänger" wird es definitiv nicht geben. Auch ein zweiter Teil des Kinofilms ist für 2014 nicht geplant.

Welche Projekte stehen für dich in nächster Zeit an?
Josefine Preuß: Am 24. April 2014 startet die Kinokomödie "Irre sind männlich". Und ab dem 14. August kann man "Saphirblau", den zweiten Teil der Edelsteintriologie, im Kino sehen.

Wie bekomme ich ein Autogramm von dir?
Josefine Preuß: Autogrammanfragen bitte an die: Agentur Carola Studlar, c/o Josefine Preuß, Agnesstraße 47, 80798‎ München, Deutschland. Bitte an einen frankierten und adressierten Rückumschlag denken!!!

Wie findest du die aktuelle Situation der Hebammen in Deutschland?
Josefine Preuß: Das ist eine große Sauerei. Ich hoffe sehr das sich da noch was tut, denn sonst stirbt dieser wichtige Beruf aus. Ich kann nur appellieren das sich jeder informiert und auch die Online-Petition unterschreibt!!!

Hast du eine Lieblingsrolle?
Josefine Preuß: Ich habe keine Lieblingsrolle. Ich bin so dankbar und glücklich ganz viele unterschiedliche Charaktere spielen zu dürfen, jede Rolle ist wie ein kleines Baby von mir.

Wie versetzt du dich in Rollen hinein?
Josefine Preuß: Ich bin eine Darstellerin die immer aus dem Bauch heraus spielt. Auch das Beobachten und Miteinanderspielen der Kollegen ist immer wichtig.

Mit welcher Rolle identifizierst du dich am meisten?
Josefine Preuß: Ich hoffe, mit gar keiner... Die private Josefine hat nichts mit meinen Rollen zu tun und nichts gemeinsam. Das Schauspielern sehe ich als Job, genauso wichtig ist es privat dann wieder abschalten zu können.

Wie schwer war es für dich, die Haare abzuschneiden?
Josefine Preuß: Die ersten 10 Minuten waren sehr schlimm. Tränen habe ich auch vergossen. Aber ich bin schnell im Umgewöhnen...

Möchtest du selber Kinder haben?
Josefine Preuß: Im Moment ist das gar kein Thema in meinem Leben.., fragt mich nochmal in ein paar Jahren ;-).

Quelle: Sat 1

Hatte Phantomschmerzen (tz)

München - Josefine Preuß spielt im SAT.1-Historienthriller "Die Hebamme" die Hauptrolle - es war eine mit Nebenwirkungen, wie sie im tz-Interview verriet.

Werdende Mütter sollten sicherheitshalber ihren Arzt oder Apotheker befragen, bevor sie sich Die Hebamme anschauen. Denn auch ohne Rotwein-Zimt-Trunk könnte der dramatische Historienthriller vorzeitige Wehen verursachen. Erzählt wird die Geschichte der 19-jährigen Gesa (gespielt von Josefine Preuß), die im 18. Jahrhundert in die Universitätsstadt Marburg zieht, um den Beruf ihrer verstorbenen Mutter zu erlernen: Hebamme. Zwischen Studentenexperimenten an Gebärenden und blutigen Niederkünften wird Gesa auch noch Zeugin einer Mordserie und erforscht das Geheimnis ihrer eigenen Vergangenheit. Für Hauptdarstellerin Josefine Preuß eine Paraderolle mit Nebenwirkungen, wie sie im tz-Interview verriet.

Frau Preuß, welche Szene ist Ihnen am schwersten gefallen?
Josefine Preuß: Das waren schon die Szenen mit den Studenten, die mit ihren gebutterten Fingern Tastbefund bei den Gebärenden machen und mit Geburtszangen hantieren. Da hatte ich kurzzeitig mit Phantomunterleibsschmerzen zu kämpfen. Wir hatten ein sehr reales Szenario und toll gebaute Leichen, die echtes Unbehagen verursacht haben. Das hilft enorm beim Spielen.

Die Hebamme ist bereit, ihren Lebenstraum für ihre große Liebe aufzugeben. Ein Gedanke, der für Sie nachvollziehbar ist?
Preuß: Auf keinen Fall! Nicht in der Zeit, in der wir heute leben. Im 21. Jahrhundert müssen wir uns glücklicherweise nicht mehr zwischen Familie und Beruf entscheiden. Natürlich wird es uns auch heute nicht immer leicht gemacht, beides zu leben. Aber dieses strikte Entweder-oder gibt es einfach nicht mehr.

Üben Historienfilme eine besondere Faszinantion auf Sie aus?
Preuß: Auf jeden Fall. Ich finde es spannend, mich in einer ganz anderen Zeit zu bewegen. Da machen Kleider natürlich Leute. Und in diesen opulenten Kostümen in eine Epoche einzutauchen, die so unterschiedliche Wertvorstellungen und Verhaltensweisen hatte, ist wie ein riesiger Abenteuerspielplatz.

Apropos Spielplatz: Die junge Josefine, die in „Türkisch für Anfänger“ zum Teenieidol wurde, ist erwachsen geworden …
Preuß: Ja, Gott sei Dank. Mir wurden damals haufenweise Teenierollen angeboten, aber ich hab gesagt: Nee, stopp, ich werde älter, und meine Rollen sollen auch älter werden. Im Moment bin ich tierisch dankbar und demütig, dass ich meine Fühler in alle Richtungen aus­strecken und so tolle Rollen spielen darf.

Trotzdem sind Sie gerade bei den jungen Zuschauern sehr beliebt. Ist das im Alltag manchmal anstrengend?
Preuß: Ach, ich laufe sehr unauffällig durchs Leben. Vielleicht weil ich so kurz bin. Da gucken die meisten drüber (lacht). Aber natürlich baue ich mir meine kleinen Inseln und vermeide es beispielsweise, nachmittags zu H&M zu gehen. Trotzdem werte ich es als Kompliment, wenn jemand auf mich zukommt. Ich würde ja auch niemanden ansprechen, den ich scheiße finde.

Was sagen Sie Teenagern, die Ihnen nacheifern und Schauspielerin werden wollen?
Preuß: Dass das einer der schönsten und einer der schrecklichsten Jobs, die es gibt. Ich erlebe ihn gerade von der schönen Seite, aber es gibt auch ganz viele junge talentierte Schauspieler, die mit ein paar Drehtagen pro Jahr auskommen müssen. Das ist frustrierend. Wer aber Leidenschaft für den Beruf spürt, der sollte es ausprobieren, in Theatergruppen spielen oder erst mal als Statist anheuern.

Warum haben Sie so kurz vor Schluss die Schauspielschule abgebrochen?
Preuß: Weil sie mir das Drehen verbieten wollten. Damals kam die Anfrage für Türkisch für Anfänger. Ich war mir sicher, dass ich das nicht ablehnen darf. Glücklicherweise – sonst säße ich heute wohl nicht hier.

Astrid Kistner
„Die Hebamme“, Dienstag, 20.15 Uhr, SAT.1
 Quelle: tz

MDR um 4

Josefine Preuß war am 20.3.14 zu Gast bei MDR um 4: Gäste zum Kaffee.







"Die Hebamme": Für Schwangere nicht geeignet (Merkur)

München - Josefine Preuß im Merkur-Interview über den Sat.1-Thriller "Die Hebamme", ihr eigenes Verhältnis zu Geburten und Lachkrämpfe am Filmset.

Die 19-jährige Gesa (Josefine Preuß) will im ausgehenden 18. Jahrhundert Geburtshelferin werden und beginnt – mangels Alternative – eine Lehre im Gebärhaus von Marburg. Dort entbinden unverheiratete, mittellose Frauen, die von Ärzten als Studienobjekte missbraucht werden. Eine mysteriöse Selbstmordserie, von der Mediziner und vor allem Anatomen profitieren, lässt Gesa misstrauisch werden. Nach dem Buch von Thorsten Wettcke drehte Hannu Salonen den Historienfilm „Die Hebamme“, eine Mischung aus Sittengemälde und Thriller. Sat.1 zeigt den Film mit Axel Milberg, Andreas Pietschmann und Alicia von Rittberg in weiteren Rollen heute um 20.15 Uhr.

Frau Preuß, Ihr neuer Film führt die Situation von Schwangeren im 18. Jahrhundert sehr drastisch vor Augen… Sie sind noch keine Mama?
Nein, und nach diesem Film rückt der Gedanke daran auch in weite Ferne.
Hab’ ich bei den Dreharbeiten auch gesagt. Ich finde, man sollte einen Hinweis geben: Nicht für Schwangere oder Frauen kurz vor der Niederkunft geeignet. (Lacht.)

Werden Sie den Muttertag in diesem Jahr also besonders feiern?
Immer schon! Riesenparty, alle springen raus, Konfetti fliegt. Mamatag ist wichtig, und sei’s nur eine kleine Aufmerksamkeit. Der Mamatag ist dazu da, um Danke zu sagen. Und nach dem Film weiß man, was sie alles schon mit uns durchgemacht haben.

Haben Ihnen das die Dreharbeiten einmal mehr vor Augen geführt?
Ja, und bei den Szenen mit den Zangen und Kopfziehern hatte ich regelmäßig mit Phantomunterleibsschmerzen zu kämpfen. Aber das kann man ja auch für eine Rolle super nutzen. Und bei privaten Entscheidungen sollte man sich ja dann doch nicht von einem Film beeinflussen lassen.
Es gibt eine Szene, in der Sie ein totes Baby entbinden müssen. Wie bereitet man sich darauf vor?
Ja gut, die Mutter war ja nun auch eine Puppe. Und die Öffnung war unnatürlich groß. Bei dieser Szene überwog bei mir die Faszination. Das Baby sah total echt aus, bis hin zu den kleinen Fingernägeln und Wimpern. Und dann natürlich tot, so ein bisschen bläulich, blass gemacht. Ich dachte nur: Wow, was für eine großartige Arbeit der Maskenbildner! Was für ein Handwerk!

Würden Sie nach diesen Dreharbeiten noch den Vater des Kindes bei einer Geburt dabeihaben wollen im Kreißsaal?
Ich hab schon immer gesagt, dass ich es in einer intimen Situation wie dieser gern klassisch halten würde – ich mit meiner Mutter drinnen und der Mann draußen. Na ja, mal sehen. Das muss man von der Situation abhängig machen und ob der Mann will. Ich glaube, viele Männer sind da wenig Unterstützung, auch wenn sie es immer behaupten. (Lacht.)

Eine Ihrer Schauspielkolleginnen ist Alicia von Rittberg, die die Hebammenschülerin Lotte spielt. Sie wirken sehr vertraut. Sind Sie auch privat befreundet?
Wir kannten uns vorher nicht. Doch als wir uns in der Vorbereitungswoche in Prag das erste Mal gesehen haben, waren wir uns sofort sympathisch. Wir haben auch die Abende privat miteinander verbracht, und es hat einfach perfekt gepasst. Für das Team waren wir echt anstrengend. Ich kann mich an eine Szene erinnern, da müssen wir den Hebammeneid leisten. Ich hoffe, sie packen diese unmöglich vielen Versuche, die schief gingen, weil wir so lachen mussten, ins Making of. Wir haben in den ersten drei Stunden keine Version ohne Lachen hinbekommen.

Ansonsten gab es im 18. Jahrhundert für viele Menschen nicht viel zu lachen. Wenn Sie in ein Jahrhundert zurückreisen könnten, welches wäre es?
Wenn, dann nur für einen Abend ins Berlin der Zwanzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts – einmal Josephine Baker auf der Bühne sehen. Ansonsten bin ich froh, im Hier und Jetzt zu leben und nicht mehr in den Fluss zu müssen, um meine Wäsche zu waschen.

Für welche Errungenschaften, die sich seitdem durchgesetzt haben, sind Sie am dankbarsten?
Na, schon für die Emanzipation der Frau. Gerade die Hebamme Gesa, die ich spiele, ist doch ein tragischer Fall. Sie hat immer gesagt, dass sie wie ihre Mutter Hebamme werden will – und dann soll sie diesen Job einfach für ihren Mann aufgeben. Das ist zum Glück heute nicht mehr so.

Sind Sie selbst auch so mutig wie Gesa?
Teils, teils. Also alles was mit Höhe, Schnelligkeit und so zu tun hat, ja. Aber bei Spinnen und Schlangen bin ich ganz schnell weg.

Das heißt, Stunts machen Sie selbst?
O ja, so oft es geht. Der krasseste Stunt, den ich hatte, war bei „Türkisch für Anfänger“. Da musste ich in acht Metern Höhe baumeln, dann runterfallen und kurz vor dem Boden stoppen. Das hab’ ich geliebt, so körperlich, das mag ich.

Das Gespräch führte Katja Kraft. Quelle: Merkur Online

Warum schauen wir so gerne blutige Historiendramen? (Bild)

Bericht über Josefine Preuß und "Die Hebamme" in der Bild (25.3.2014)

Montag, 24. März 2014

Post von Josi


Was gibt's denn da zu gucken?
Morgen um 20.15Uhr auf SAT1 'Die Hebamme' einschalten!
Meine Aufregung wächst von Minute zu Minute...









Frühstücksfernsehen

Am Dienstag, 25.3.2014 ist Josefine Preuß zu Gast im SAT.1-Frühstücksfernsehen

Talk: Josefine Preuß und Andreas Pietschmann zum Film "Die Hebamme" 
Marburg, 1799: Die 19-jährige Gesa absolviert ihre Ausbildung zur Hebamme in Marburgs "Gebärhaus", wo der renommierte Medicus Professor Kilian angehenden Medizinern und Hebammen am lebenden Objekt die Vorgänge während der Schwangerschaft und bei der Geburt erklärt. Während eine mysteriöse Selbstmordserie Marburg in Atem hält, verliebt sich Gesa in den Leiter des anatomischen Instituts des Hauses, Dr. Clemens Heuser...

Das Küssen hat sie sich im Fahrstuhl abgewöhnt (Freizeit Woche)

Ein Interview mit Josefine Preuß in der Freizeit Woche, Nr. 13/2014.


Preview "Die Hebamme"

https://www.maxdome.de/die-hebamme-6806536.htmlAuf Maxdome gibt es bereits die Möglichkeit, den Film "Die Hebamme" als Preview zu sehen.


Sonntag, 23. März 2014

Mit meinem Körper bin ich im Reinen (BZ)

Josefine Preuß im Interview mit der BZ

22. März 2014, Esther Hofmann

Die Schauspielerin Josefine Preuß über die 20er in Berlin, Sex-Szenen und ihre Brüste in Nackt-Datenbanken.
Starke Frauen stehen der Zarten gut. Nach den Historien-Filmen „Adlon“ und „Die Pilgerin“ spielt Josefine Preuß (28) jetzt in der Romanverfilmung „Die Hebamme“ (25. März, 20.15 Uhr, Sat.1) die Hauptrolle: Gesa Langwasser, engagierte Geburtshelferin im Marburg des ausgehenden 18. Jahrhunderts.

Im Film ist ja der Tod allgegenwärtig. Ein Thema, mit dem Sie sich auseinandersetzen?
Ich glaube, Angst vor dem Tod haben wir doch alle. In unserer Familie, im Freundes- und Bekanntenkreis gehört er ab einem gewissen Alter dazu. Ich denke da aber sehr pragmatisch, der Tod gehört zum Leben dazu. Wichtig ist immer, dass, wenn es zu Ende geht, es ein gutes Ende ist. Für mich ist wichtig, egal wann und wo: ruhig, einfach einschlafen.

Liegt Ihnen die Zeit dieses Films, in welche Epoche würden Sie gerne mal zurück?
Ich bin so froh, im 21. Jahrhundert zu leben und nicht mehr im Fluss Wäsche waschen zu müssen. Ich bin total glücklich im Hier und Jetzt. Wenn überhaupt, dann würde ich für einen Abend ins Berlin der Zwanzigerjahre. Da ging es doch in erster Linie um Leben und Lieben. Die Stimmung war so, wie wir es heute in Berlin alle gerne haben würden – nur etwas derber.

„Die Hebamme“ spielt in einer Zeit, in der es kaum Verhütungsmöglichkeiten gab. Unsere Jugend hat es da heute doch wesentlich besser, oder?
Na ja, es sollte nicht jeder mit jedem. Ich finde, es ist ein falsches Signal, dass man mit 18 Jahren schon so und so viele Sexualpartner hatte. Generell gilt, genauso wie damals, man soll sich entdecken und in Ruhe entdecken und gucken, worauf man Lust hat. Aber ich finde es schlimm, wie schnell Jugendliche heute an pornografisches Material im Netz kommen können. Die haben doch ein ganz falsches Bild von Erotik und von Sex.

Sie sagten, Sie seien von den Dreharbeiten so traumatisiert, dass Sie zunächst keine Kinder wollen.
Wir hatten tolle Special-Effect-Maskenbildner, die die Babys gemacht haben. Ganz echt, mit Nägeln, mit Wimpern, unglaublich. Wenn dann die Szenen kamen, in denen die Schwangeren hechelten und es nicht immer gut ausging, dachte man schon: Oh je.

Haben Sie denn, mit 28, schon eine persönliche Deadline für Familienplanung?
Nein, es gibt keinen Plan und auch keine Deadline. Momentan ist das überhaupt kein Thema für mich.

Sie haben im Film eine Sex-Szene mit Kollege Andreas Pietschmann. Die war ja endlos. Für Sie auch?
Das war gar nichts! Sex-Szenen sind ja viel mehr Arbeit, als viele wohl glauben. Es geht dabei eher um Positionen, die man genau treffen muss. Da kommt so gar keine Erotik auf.

Mit Fotos Ihrer Nacktszenen sind Sie sogar in sogenannten „Nude“-Datenbanken registriert – kategorisiert nach „Brüste“ und „Po“.
Das sind kleine Idioten, die ein Picture aus dem Film nehmen und ins Netz stellen. Aber dazu gehört ja eigentlich ein Film, eine Geschichte. Ich habe kein Problem mit meinem Körper, ich bin mit mir im Reinen.

Samstag, 22. März 2014

Ich habe beim ersten Antrag meines Lebens gerne 'Ja' gesagt (SpotOn)

Josefine Preuß im Interview
Armin Lissfeld/SpotOn

Mit der Erfolgsserie „Türkisch für Anfänger“ spielte sich Josefine Preuß in die deutsche Schauspiel-Elite. Inzwischen hat die zierliche Person aber bewiesen, dass sie nicht nur Komödie kann, sondern auch ernsthafte Rollen vollkommen ausfüllt. Im Interview verrät sie, wie es ist, mit 28 eine 19-Jährige zu spielen und wo sie ihre Kleidung in Kindergrößen shoppt.
Sie ist 28, sieht aus wie 19 und hat die Kleidergröße einer 12-Jährigen. Trotzdem sollte man Schauspielerin Josefine Preuß auf keinen Fall unterschätzen. Zwei deutsche Fernsehpreise, ein Bambi und ein Grimme-Preis attestieren der jungen Dame allergrößtes Schauspieltalent. Einmal mehr zu bewundern im Sat.1-Film „Die Hebamme“ (25. März um 20.15 Uhr), der im letzten Jahr in Prag gedreht wurde. Spot on news begleitete den zierlichen Superstar in die Goldene Stadt:

Wie sieht Ihre Rolle aus?
Josefine Preuß: Ich spiele die 19-jährige Hebammen-Schülerin Gesa, die im 18. Jahrhundert vom Land in die große Stadt kommt, um das Handwerk ihrer verstorbenen Mutter zu erlernen. Sie rebelliert gegen die unmenschlichen Methoden in einem Gebärhaus, verliebt sich in einen Arzt und jagt einen Serienmörder. Sehr turbulent! Und das ganze in historischen Kostümen, was mir sehr liegt.

Wie fühlt sich das an, wenn man mit 28 als 19-Jährige besetzt wird?
Preuß: Mir ist das Rollenalter egal. Ich sehe halt immer noch jünger aus und habe kein Problem mit dem Etikett der Berufsjugendlichen. Der Punkt, an dem das nicht mehr geht, wird früh genug kommen und dann kann ich auf eine schöne Reihe von Filmen zurück blicken.

Wie alt fühlen Sie sich denn?
Preuß: Ich denke, ich bin eine typische 28-Jährige auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Ich habe sehr viel Energie und kann auch sehr albern sein, aber deswegen bin ich keine unreife Göre. Man darf sich von meiner zierlichen Verpackung nicht täuschen lassen.

Mal mit essen probiert?
Preuß: Ich kann essen, was ich will und wann ich will, da passiert nichts. Egal, ob Sahnetorte zum Frühstück oder Pizza um Mitternacht, bei mir setzt nichts an. Und das, obwohl ich nicht mal Sport mache, ich verbrenne alles beim Drehen.

Sie sollen Ihre Klamotten in der Kinderabteilung kaufen.
Preuß: Das stimmt. Seit meinem 14. Lebensjahr kaufe ich meine Hosen bei Hasi & Mausi. Kinderjeans in Größe 152, die brauche ich gar nicht anprobieren, die passen immer. Ich muss immer wieder schmunzeln wenn ich an der Kasse stehe und das Schild am Bund lese: 11-12 Jahre!

Was waren Sie denn für ein Kind?
Preuß: Ich wollte Clown werden und Menschen zum Lachen bringen. Ansonsten war ich ein ganz normales Mädel, das seinen Eltern keinen Grund zur Sorge bereitet hat. Dadurch dass ich mich mit vierzehn schon vor der Kamera austoben durfte, musste ich Zuhause nicht rebellieren.

Papa Polizist, Mama Lehrerin - inwiefern prägt das?
Preuß: Lehrerkind, das ist immer prägend. Als Jugendlicher nervt das zwar, aber rückblickend ist es das Tollste, was mir passieren konnte. Weil meine Mutter einfach eine sehr gebildete und belesene Frau ist, von der ich hoffentlich viel gelernt habe. Und von meinem Vater habe ich die Loyalität, die Ehrlichkeit und den Gerechtigkeitssinn mit auf den Weg bekommen. Das ist eine gute Mischung und ich versuche das weiterzuführen.

Was können Sie nicht?
Preuß: Geduldig sein. Im Beruf muss ich das zwar oft, aber im Privaten bin ich der ungeduldigste Mensch. Da ich stets sehr pünktlich bin, erwarte ich das auch von anderen. Wenn dem nicht so ist, werde ich fuchsteufelswild, weil Pünktlichkeit für mich die größte Form des Respekts ist.

Ein Mann, der Sie versetzt, hat keine Chance mehr?
Preuß: Mich versetzt kein Mann.

Was für Männer mögen Sie denn?
Preuß: Ich habe keinen Typus Mann. Es muss einfach zoom machen, dann finde ich alles an einem Mann gut.

Familienwunsch?
Preuß: Ich bin 28 Jahre alt und habe überhaupt kein Verlangen danach, eine Familie zu gründen und Kinder kriegen. Da habe ich noch ganz lange Zeit, das Thema ist weit weg. Und falls wirklich mal jemand um meine Hand anhalten sollte, dann muss er sich dabei mindestens so viel Mühe geben wie mein Kollege Andreas Pietschmann. Der hat mir nämlich bei den Hebamme-Dreharbeiten den ersten Antrag meines Lebens gemacht. Da habe ich gerne „Ja“ gesagt.

Donnerstag, 20. März 2014

Cover rtv (12/2014)

Josefine Preuß auf dem Cover der rtv, Nr. 12/2014


Clips zu "Die Hebamme"

Sat 1 - Talk




Mittwoch, 19. März 2014

Cover tele 12/2014

Josefine Preuß auf dem Cover der Zeitschrift tele (Nr. 12/2014)

Premiere "Die Hebamme"

Am Dienstag, 18. März, feierten die Stars und Macher des SAT.1 TV-Events "Die Hebamme" mit Gästen aus Film, Presse und Medien die große Premiere im Gloria Palast München. U.a. dabei: Titelheldin Josefine Preuß, die weiteren Darsteller Andreas Pietschmann, Lisa Maria Potthoff, Alicia von Rittberg und Vladimir Burlakov sowie Produzent Oliver Berben.Erstaustrahlung "Die Hebamme" im TV: 25.3.2014, 20:15 Uhr, Sat 1 


Fotoquellen: 1: Oliver Berben, 2: Sophie Büse, 3-9: © SAT.1/Benedikt Mueller 

Stargirlmarija war auf der Premiere und hat ein kurzes Video mit Josi im Netz veröffentlicht:

video

Cover TV Media 13/2014

Josefine Preuß auf dem Cover der Programmzeitschrift der TV Media (Nr. 13/2014).


Ich denke bei Filmblut immer an Erdbeersoße (T-Online)

Interview zum Film "Die Hebamme"
06.03.2014, von Lars Schmidt, Quelle: T-Online.de

Starke Frauen sind zurzeit ihr Ding. Ob in "Das Adlon", "Die Pilgerin" oder jetzt in "Die Hebamme" - Josefine Preuß überzeugt in ihren Rollen als Kämpfernatur. In dem Sat.1-Film (25. März, 20.15 Uhr) begehrt sie als ambitionierte Hebammenschülerin gegen den Mediziner und Professor Kilian (Axel Milberg) auf, der im Marburg des Jahres 1799 ledige Schwangere zu Studienzwecken missbraucht. Und auch wenn die Kameras ausgeschaltet sind, vertritt die zierliche 28-Jährige eisern ihre Standpunkte. So sieht sie im Interview mit T-Online.de die Zukunft der freiberuflichen Hebammen in Gefahr und äußert sich sehr kritisch zu den vielen Personal- und Ortswechseln beim "Tatort". Und dann gibt die Schauspielerin noch ihr Wissen über Filmblut preis.

T-Online.de: Frau Preuß, können Sie Blut sehen?
Josefine Preuß: Mein eigenes nicht. Anderes ja. Filmblut sowieso.

T-Online.de: Wie groß sind die Unterschiede zwischen Filmblut und echtem?
Josefine Preuß: Das erkennt man. Filmblut ist dickflüssiger. Es gibt verschiedene Rottöne. Je nachdem ob es frisches, altes, oder geronnenes Blut ist. Ich denke dabei immer an Erdbeersoße.

T-Online.de: Klingt sehr fachmännisch…
Josefine Preuß: Ja. Ich hatte schon oft mit Filmblut zu tun. Gerade auch für den Film "Die Hebamme". Da haben wir viele verschiedene Blutkonserven benutzt.

T-Online.de: Wo wir gerade dabei sind. In einer Szene am Anfang müssen Sie sich heftig übergeben. Woraus besteht Filmkotze?
Josefine Preuß: Die Requisite rührt da ganz tolle Sachen an. Müsli, Bananensaft und andere Sachen, die nach Kotze aussehen. Das nimmt man dann in den Mund. Aber nicht zu viel, damit man keine dicken Backen hat. Denn beim ersten Würgen darf man noch nichts sehen. Und dann auf Kommando raus damit. Mund auf und laufen lassen.

T-Online.de: Was haben Sie außer den Erkenntnissen über Filmblut und -kotze bei den Dreharbeiten zur "Hebamme" an Wissen mitgenommen?
Josefine Preuß: Einiges. Ich habe zur Vorbereitung mit Hebammen gesprochen und viel Sekundärliteratur zum Thema gelesen. Die ersten Hebammenbücher stammen aus dem 15. Jahrhundert. Die waren sehr interessant. Und wir hatten während der Dreharbeiten immer eine professionelle und sehr liebe Hebamme am Set, die uns fachmännisch betreut hat. Wenn etwas nicht echt aussah, hat sie uns gleich darauf hingewiesen. Denn das ist ja schließlich mein Anspruch. Der Zuschauer soll hinterher sagen: "Das sieht ja toll aus." Und ich kann jetzt umso besser verstehen, warum Frauen diesen Beruf wählen.

T-Online.de: Ein wichtiger Beruf, der momentan in einer Krise steckt, weil die Haftpflichtversicherung für freiberufliche Hebammen ab 2015 exorbitant ansteigen soll und diesem Berufsmodell damit das Aus droht.
Josefine Preuß: Genau. Wir stehen gerade vor der Entscheidung, ob es diesen Beruf in Zukunft noch geben wird. Dabei geht es aber nicht nur um freiberufliche Hebammen an sich. Es geht um die Versorgung der Schwangeren auf dem Land. Nicht allein um die Entbindung - es geht um Vorsorge, um Nachbetreuung. Die Politik schreit immer auf, wenn es um demografischen Wandel geht, weil die Gesellschaft zu alt wird. Andererseits machen sie es den Frauen noch schwerer, sich unbekümmert auf Schwangerschaft und Geburt zu freuen. Und das ist sehr traurig für Deutschland. Vielleicht lenkt unser Film - auch wenn er etwas anderes thematisiert - die Aufmerksamkeit auf diese Vorgänge.

T-Online.de: Wie lautet Ihre Einstellung zu eigenen Kindern nach den Dreharbeiten zur "Hebamme"?
Josefine Preuß: Ich glaube ich brauche jetzt zwei, drei Jahre, um die Bilder zu vergessen und dann können Sie mich noch mal fragen. Erst mal ist nichts  geplant, aber planen kann man sowas ja sowieso nicht.

T-Online.de: Das Instrumentarium und die Methoden der Ärzte aus dem 18. Jahrhundert erinnern teilweise an Folter. Was hat Ihnen den größten Schrecken eingejagt?
Josefine Preuß: Die lederne Mutter (Modell des weiblichen Unterleibs, an dem die Hebammen und Medizinstudenten ausgebildet wurden, Anm. d. Red.) zu sehen war schon sehr speziell, aber im Vergleich harmlos. Die damaligen Forschungsmethoden, wenn die Studenten da in einer Reihe stehen und mit gebutterten Fingern den Tastbefund machen müssen, das ist für Frauen nicht angenehm. Aber Fakt ist auch, dass wir nur aufgrund dieser medizinhistorischen Untersuchungen heute so viel wissen. So grausam und makaber es klingt: Es mussten erst ein paar Leute sterben, damit wir wissen, wie wir Krankheiten zu behandeln haben.

T-Online.de: In einem Interview zu Ihrem Film "Die Pilgerin" haben Sie gesagt, sie seien der "hygienischste Mensch der Welt". Haben Sie die Dreharbeiten zur "Hebamme" in dieser Aussage bestätigt?
Josefine Preuß: Definitiv. Zum Glück ist der ganze Dreck, der da herumliegt, ja nur Kulisse. Aber hätte ich in dieser Zeit gelebt, wäre ich nicht alt geworden. Ich bin so froh, eine Waschmaschine zu haben und nicht an den Fluss zu müssen.

T-Online.de: Wie lang sind denn Ihre Haare inzwischen nachgewachsen, die Sie für "Die Pilgerin" abschneiden lassen mussten?
Josefine Preuß: Ich habe wieder die alte Länge - dank meiner ersten Extensions. Die habe ich für mein neuestes Projekt bekommen. Ich liebe meinen Job!

T-Online.de: Was für ein Projekt ist das?
Josefine Preuß: Es geht um die Schlecker-Affäre. Der Arbeitstitel lautet "Die Abrechnung". Da bin ich als "Schlecker-Frau" dabei.

T-Online.de: Eine Ihrer bekanntesten Rollen ist die der Lena in "Türkisch für Anfänger". Seit Elyas M’Barek mit "Fack ju Göhte" von Erfolg zu Erfolg eilt, ist auch von einem zweiten "Türkisch für Anfänger"-Teil die Rede. Können Sie den Fans da Hoffnung machen?
Josefine Preuß: Kann ich leider nicht, weil nichts geplant ist. Die Jungs drehen "Fack ju Göhte 2". Da bleibt keine Zeit für "Türkisch für Anfänger 2".

T-Online.de: Sie hatten im Leipziger "Tatort" einen Gastauftritt. Nun werden Simone Thomalla und Martin Wuttke abgelöst...
Josefine Preuß: Das ist eine Frechheit, wie die ARD mit ihren langjährigen Mitarbeitern umgeht. Und das ist ja nicht nur in Leipzig passiert. Das ist einfach nicht schön. Und so langsam ist das für uns Schauspieler nicht mehr die Königsklasse. Da machen so viele mit, dass es nichts mehr mit dem zu tun hat, wofür es früher mal stand. Je mehr Ermittlerteams es gibt, desto weniger Folgen werden pro Team gedreht. Die Zuschauer haben weniger Zeit, sich mit den einzelnen Teams zu identifizieren. Das alles finde ich sehr schade für den "Tatort", weil er nicht mehr das ist, was er mal war.

T-Online.de: Der Job als "Tatort"-Kommissarin ist für Sie also nicht erstrebenswert?
Josefine Preuß: Nein. Vor drei Jahren habe ich noch gesagt, "Tatort"-Kommissarin wäre geil. Aber mittlerweile hat sich das geändert. Ich sehe selber nicht mehr durch, wer da wo ermittelt. Es würde meiner Meinung nach reichen, wenn wir in vier oder fünf großen Städten einen Kommissar hätten, von dem dann drei bis vier Fälle pro Jahr gezeigt würden. Aber nicht noch in Wanne-Eickel oder Buxtehude ein "CSI" für Arme drehen.

T-Online.de: Sie sind großer Fan von Union Berlin. Steigt die Mannschaft dieses Jahr in die Bundesliga auf?
Josefine Preuß: Wir wollen gar nicht aufsteigen! Das sagt dir jeder Fan, den du in der Alten Försterei fragst. Wir sind lieber in der zweiten Liga und da im oberen Drittel, anstatt in der ersten Liga von Bayern und Dortmund auf die Fresse zu kriegen. Von den finanziellen Verpflichtungen in der Bundesliga ganz zu schweigen.

T-Online.de: Dann drücke ich die Daumen, dass Union höchsten Vierter wird und bedanke mich für das Gespräch.